Higher Self Blog – Verwundbarkeit

Warum fällt es uns so schwer, Verwundbarkeit zu zeigen? 

In unserer Gesellschaft geht es nur um schneller, höher, weiter. Es scheint nichts wichtigeres zu geben. Selbst im Yoga und der Spiritualität ist das teilweise angesagt.

Jeder Organismus auf der Erde ist verwundbar, verletzlich. Warum tun wir also so, als wären wir es nicht?

Es ist das Fühlen, was wir nicht wollen. Lediglich Glück und Freude wollen wir spüren, aber den Rest lehnen wir ab. Das ist so, als würden wir Teile von uns nicht akzeptieren und deshalb weg sperren. Raus kommt ein nicht authentisches und unwirkliches Ich. Es wird ein Teil der “Leben”digkeit genommen.

Echtheit wird in der westlichen Welt oft wie ein Versagen gesehen. Versagt, nicht in der Freude, nicht im Glück und im optimalsten Zustand zu sein. Aber wer sagt denn, was der optimale Zustand ist?

Versteht mich nicht falsch! Ich liebe Prävention und tu jede Menge dafür, dennoch wird Perfektion in meinen Augen mehr und mehr zur Krankheit Nummer 1 der Gesellschaft.

Sind wir nicht hier, wirklich jedes Gefühl, und sei es auch noch so schwer, ins Boot zunehmen? Was sind wir für Menschen, wenn wir nicht fühlen? Und was sind wir für Menschen, wenn wir auf jedem Weg Verstand und Herz mitnehmen würden? 

Nein, eine Maschine wollten wir nicht werden. Aber oft wird gesagt, daß das Leben Schuld hätte. Das Leben hat uns zu einem Nicht-Fühlenden Menschen gemacht. Das allein ist die Ironie an sich. Denn Lebendigkeit lässt jedes Gefühl zu. Schaut euch die Kinder an. Voller Lebendigkeit und SEIN, bis sie es verboten bekommen, alles zu sein und nach außen zu bringen, was sie fühlen.

Darf ich dich kurz aufrütteln und wach machen? 

Kurz bevor du Mauern gebaut hast und eiskalt wurdest, hast du gefühlt. Und das tust du in jedem Moment, wenn es sich in deinen Augen “brenzlig” anfühlt. Da ist plötzlich ein Schmerz, Du weißt gar nicht, welcher Knopf gerade gedrückt wurde und wie in einem Computerspiel hast Du in wahnsinniger Geschwindigkeit einen Schutzwall aufgebaut. Du wirst kalt und hart, damit du dieses Gefühl nicht annehmen und fühlen musst, weil es dich an “schmerzhafte” Zeiten erinnert. Nie mehr willst du dieses Gefühl fühlen, ein Versager/in sein, Verzweiflung und Traurigkeit spüren.

Was aber ist das Resultat, wenn wir alle mit Mauern vor unserem Herzen herum laufen, “nur” weil wir nicht fühlen wollen? Wir ducken uns weg, machen uns klein oder noch viel größer mit einem Brustkorb, der einem Gorilla ähnelt. Alles ist erlaubt, aber wie weit bringt dich das in deinem Bewusstsein, deiner Entwicklung tatsächlich, wenn du so weiter machst?

Wenn du wieder beginnst, dich mit deinen Gefühlen zu verbinden, sie spürst und annimmst, dann erst können sie gehen. Sie kommen wieder durch die Hintertür zurück. Warum also nicht gleich fühlen? Und mit jedem Fühlen wirst du dieses Gefühl besser annehmen und verdauen können. Vielleicht ergeben sich daraus viel bessere Entscheidungen und Wege?

Loslassen ist ein großes Thema heutzutage und gleichzeitig will keiner seine Verwundbarkeit zulassen. Wie soll das gehen?

Lass Verwundbarkeit wieder zu und gewinne dadurch liebenswerte Lebendigkeit. Glaube mir, das Gefühl kennt jeder. Du bist niemals der / die einzige mit diesem Gefühl. Lässt du es zu, können andere sich auch auf machen und finden schneller Vertrauen.

Deine Echtheit steckt andere an. So hätte die Erde wieder eine Chance zu einem menschlichen Planeten zu werden.

Ich danke dir für deinen Mut zur Verwundbarkeit, für deine Echtheit und dein lebendiges Sein.

Namaste´

Nicole